HBS Lesefüchse

Dies ist eine Seite der Deutsch-Fachschaft der Realschule, auf der Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Edelmann ihre Lieblingsbücher vorstellen.

Review: „Ich war der Lärm, ich war die Kälte“

von Leonie aus der R10a

Das Buch „Ich war der Lärm, ich war die Kälte“ wurde von Jenny Downham geschrieben und am 31.08.2020 veröffentlicht. Das Jugendbuch ist im „Cbj“ Verlag erschienen und kostet als Hardcover ca. 18 Euro.

Lexi, die Hauptfigur der Geschichte, lebt mit ihrer Familie in London. Sie bekommt oft Aggressionsausbrüche und zertrümmert, was ihr im Weg steht. Doch hinter ihren Problemen steckt viel mehr als man zu Beginn denkt. Das Buch behandelt Wut, Liebe, Verzweiflung, Angst und vieles mehr. Denn Lexi möchte doch nur akzeptiert werden, von ihrer Familie und allen anderen. Doch das ist nicht einfach mit ihrem Stiefvater, der alle manipuliert und … mehr lesen

sie niedermacht. Das 15-jährige Mädchen ist Teil einer zusammengewürfelten Familie mit Stiefvater, Mutter und Halbschwester. Ihr Stiefbruder, in den sie seit ihrer Kindheit verliebt ist, ist aufgrund seines Studiums weggezogen. Das Leben von Lexi wird in der Ich-Perspektive wiedergegeben. Dennoch werden dem Leser immer wieder Situationen geschildert, die in ihrer Kindheit passiert sind. Dadurch bekommt man einen Eindruck über Lexis Denkweise und ihre Geschichte: Wie ihr Stiefvater John in ihr Leben tritt, wie ihre Mutter und sie zuvor gelebt haben und wie die Beziehung zu ihrem Stiefvater immer mehr außer Kontrolle gerät. Dabei erlebt man, wie ungerecht und gemein das Leben sein kann. Die Erzählung wird aufgemischt, indem die Autorin die Gefühle von Lex zu ihrem Stiefbruder schildert. Man merkt relativ früh im Verlauf des Buches, was im Leben von Lexi bzw. was mit ihrer Familie falsch läuft. Doch das junge Mädchen tappt in vielen Situationen im Dunkeln. Das sorgt dafür, dass man als Leser gespannt auf die nächste Aktion von Lexi wartet und hofft, sie würde die richtige Entscheidung treffen.

Meine Meinung zum Buch: Oft habe ich mich beim Lesen in Lexi hineinversetzen und mit ihr fühlen können. Ich will nicht zu viel zum Inhalt sagen, sonst würde ich zu viel vorwegnehmen. Dennoch hat Lexis Geschichte mich mitgerissen, erschrocken und wütend gemacht. Ich war von Anfang bis Ende unfassbar wütend auf Lexis Familie, auf John, auf alle. So sauer war ich keinem Buch, was ich bisher gelesen habe. Die Autorin hat einen sehr verständlichen Schreibstil. Sie hat mich aber auch über viele Dinge nachdenken lassen sowie mit den Gefühlen der Leser gespielt. Da das Buch nicht nur über Hass geht, sondern auch über Angst, Liebe und Kummer, denke ich, dass sich viele Leser angesprochen fühlen. Im Buch wird das schwere Thema des psychischen Missbrauchs behandelt und sehr glaubhaft wiedergegeben. Ich persönlich finde es auch gut, dass die Autorin am Ende des Buches dem Leser eine wichtige Botschaft mitgibt. Meiner Meinung nach ist das Buch sehr gelungen.  Auch, wenn sich ein paar Stellen etwas gezogen haben. Daher eine klare Leseempfehlung von mir. Man sollte sich dennoch bewusst sein, dass das Thema kein Zuckerschlecken ist und man sich mit der Thematik auseinandersetzen sollte und wird. Ich empfehle das Buch erst ab einem Alter von 14 Jahren und spreche sofort eine Triggerwarnung für Personen aus, denen psychische und familiäre Themen nahegehen.

Review: „Toxische Macht“

von Romy aus der R10a

Das Buch „Toxische Macht“ ist ein Roman, geschrieben von Christoph Linker und am 19. Februar im „DTV“ Verlag erschienen. Der Roman kostet ca. 15 Euro.

Die Hauptfigur des Romans ist Constanza oder auch Coco Frahm. Sie ist politisch sehr engagiert und als sie auf dem Gründungsfest der neuen Partei „Future“ ganz beiläufig den Begriff „neue Langsamkeit“ erwähnt, wird sie prompt zu neuen Spitze der Partei gewählt und steht nun vor der Herausforderung, vielleicht mit 24 neue Bundeskanzlerin zu werden.  

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Doch natürlich gibt es einige Bürger, welche mit einer so jungen und unerfahrenen Bundeskanzlerin nicht ganz konform gehen und alles versuchen, um dies zu verhindern. So auch ihr Ex-Freund Maikel, der nun die schmutzige Aufgabe bekommt, Cocos Leben am Tag der Wahl ein Ende zu setzen.

Das alles spielt sich im Wechsel, während Corona und danach, ab. Der Wechsel zwischen den Zeiten lässt einen viele Hintergrundinformationen erfahren und macht einen neugierig darauf, was in Zukunft noch passiert. Die Charaktere bekommen dadurch auch nochmal mehr Leben eingehaucht und man begleitet sie auf ihrer „Findungsphase“. Die Zeit während Corona wurde gut und wahrheitsgetreu aufgefasst, genauso wie der Klimaschutz, mit dem sich Coco viel beschäftigt. Alle wollen wieder „normal“ leben, aber laut Coco hat der Lockdown einem etwas gelehrt: Dass es gar nicht schnell gehen muss und man lieber wieder etwas langsamer machen soll. Mit ihrer „neuen Langsamkeit“ geht Coco durch alle Medien, alle kennen ihr Video in dem sie ihren Wunsch nach neuer Langsamkeit äußert. Coco wird zur neuen Parteivorsitzenden von Future gewählt und hat die Aufgabe eine Partei zu leiten. Future wird größer und größer und Coco steht kurz davor, Bundeskanzlerin zu werden, und das mit 24. Sie verbringt immer mehr Zeit mit Future und ihr Privatleben gerät immer mehr in den Hintergrund, so auch Maikel…

Der Schreibstil war klar und verständlich und ich bin nur so über die Seiten geflogen, obwohl ich manche Handlungen nicht ganz nachvollziehen konnte. Manchmal habe ich kurz Pause gemacht und über die ganze Situation und Future nachgedacht. Die Kapitel hatten eine angenehme Länge und man hat sich nicht gelangweilt. Das Cover ist geheimnisvoll, fängt aber dennoch Blicke. Im Klapptext wird die Neugierde geweckt und so auch die Lust aufs Lesen.

Mein Fazit zu dem Buch:

Es lohnt sich allemal! Es ist ganz anders als ich erwartet habe, aber dennoch sehr gut. Ich habe es wirklich genossen das Buch zu lesen und freue mich auf weitere Bücher von Christian Linker.

Review: „Ein Fluch so ewig und kalt“

von Alina aus der R9c

Das Buch „Ein Fluch so Ewig und Kalt“ wurde von Brigid Kemmerer geschrieben und ist ein Fantasy-Roman. Erschienen ist das englische Buch im Random House Verlag am 29. Januar 2019, wird am 19.04.2021 als Übersetzung ins Deutsche veröffentlicht und kostet 18 Euro.

Die Hauptpersonen sind Harper und Rhen. Harper ist ein gewöhnliches Mädchen, das an Zerebralparese (Kinderlähmung) leidet. Um die Krankenhausrechnungen ihrer an Krebs erkrankten Mutter und die Schulden ihres verschwundenen Vaters zu decken, hilft sie ihrem Bruder dabei, Schmiere zu stehen. Dabei wird sie eines Nachts von einem unbekannten Mann nach Emberfall gebracht, wo sie einen Fluch zu brechen hat.

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Rhen ist der Kronprinz von Emberfall und leidet an einem Fluch, durch den er sich nach jedem Herbst in ein Monster verwandelt und alle, die ihm in den Weg kommen, umbringt. Die einzige Möglichkeit, den Fluch zu brechen ist es, ein Mädchen zu finden, welches ihn wirklich liebt. Dazu schickt Rhen seinen Wachkommandanten Grey nach Washington D.C., um dort ein Mädchen zu holen.

Das Buch ist einfach und verständlich geschrieben, doch die Stimmung wird immer mal wieder durch lustige Dialoge aufgelockert. Hinzu kommt, dass die Handlungen und Gedanken nachvollziehbar und sinnvoll sind. Die verschiedenen Perspektiven zwischen Rhen und Harper sind gut zu verstehen und man erlebt beide Seiten der Geschichte. Diese ist sehr fesselnd, da man wegen Harpers Sturheit und ihrem Drang, nach Hause zu gehen, nicht sicher sein kann, ob sie den Fluch wirklich brechen und eine Beziehung zu Rhen aufbauen kann. Was mir sehr gut gefiel ist, dass die Liebesgeschichte nicht gemäß des Mottos „Am ersten Tag traurig sein und sich am nächsten direkt verlieben (Stockholmsyndrom)“ aufgebaut ist, sondern dass Harper sich immer treu geblieben ist und versucht, nach Hause zu kommen, dabei hin und wieder aber trotzdem ihre weiche Seite zeigt. Daraufhin versucht Rhen mehrfach, sie mit Respekt und kleinen Gesten für sich zu gewinnen, doch was ihn wie jeden Herbst zum Scheitern bringt ist, dass er alles zehn Schritte im Voraus plant und somit sehr zwanghaft wirkt. Trotz Harpers Zerebralparese ist sie alles andere als schwach und kann sich gegen bewaffnete Männer behaupten; am Ende erklärt die Autorin, dass sich jeder Charakter anders entwickelt und sie nicht alle in einen Topf werfen wollte. So können andere Figuren beispielsweise nicht sprechen oder laufen. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, was mich aber keineswegs stört, da dies eine gewisse Spannung – wie es mit Rhen, Grey und Harper weitergeht – auf die Fortsetzungen entstehen lässt. Alles in allem haben mir das Buch und der Geschichtsverlauf sehr gut gefallen.

Fazit

Das Fantasy-Buch „Ein Fluch so Ewig und Kalt“ hat einen spannenden Geschichtsverlauf und erinnert ein wenig an eine „Die Schöne und das Biest“- Adaption. Meiner Meinung nach ist das Buch ab 14 Jahren geeignet, da auch blutige Aspekte darin beschrieben werden.

Das Buch ist besonders für LeserInnen, die gerne Fantasy mit realen Zusammenhängen mögen, sehr geeignet. Auch das Cover wurde mit Dornen und der Schriftart schön umgesetzt. Ich wurde mit meinen Erwartungen keinesfalls enttäuscht!

Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und werde mir definitiv die Nachfolger kaufen, sobald sie erscheinen!